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Arbeitsgebiet von Hans-Otto Georgii


Innerhalb der Wahrscheinlichkeitstheorie gilt mein Interesse vor allem der Untersuchung von stochastischen Modellen mit räumlicher Struktur. Dies sind Modelle von Zufallsgrößen, die im Raum angeordnet sind und deren gegenseitige stochastische Abhängigkeit durch ihre jeweilige Lage im Raum bestimmt ist. Dazu gehören an erster Stelle die in der klassischen Statistischen Mechanik betrachteten Modelle realer Systeme, d.h. Systeme von zufälligen Spins auf einem Kristallgitter (als Modell etwa für eine ferromagnetische Substanz) oder von Teilchen im Kontinuum (als Modell für ein reales Gas). Wesentlich hierbei ist die räumliche Wechselwirkung zwischen den Spins oder Teilchen, die z.B. für das Phänomen des Phasenübergangs verantwortlich ist. Mit im Blickpunkt sind natürlich auch verwandte Modelle und Fragen der zeitlichen Entwicklung solcher Systeme. Zwei Themenkreise seien hier besonders hervorgehoben:

  • Das Phasenübergangsproblem
  • Mathematisch umgesetzt wird dies in ein Problem der Mehrdeutigkeit für die sogenannten Gibbsmaße, welche die Gleichgewichtszustände physikalischer Systeme modellieren. Bemerkenswerterweise kann das Auftreten eines Phasenübergangs in vielen Fällen zurückgeführt werden auf die Existenz unendlich großer Cluster in gewissen Perkolationsmodellen, d.h. in geeignet definierten zufälligen Graphen. Dieser Zusammenhang, der bei Gittermodellen schon länger bekannt ist, bestätigt sich auch bei dem sehr viel schwierigeren Problem des Phasenübergangs für Teilchensysteme im Kontinuum. Mehr darüber findet sich hier.         Continuum Ising model

    Continuum Ising Model

  • Die "Theorie großer Abweichungen"

  • Diese beschäftigt sich mit der präzisen Größenordnung sehr kleiner Wahrscheinlichkeiten. Angewandt auf Gibbsmaße, erlaubt sie befriedigende Antworten auf einige klassische Fragen der Statistischen Mechanik wie z.B. die Existenz des Drucks im thermodynamischen Limes, das Variationsprinzip zur Charakterisierung der Gleichgewichtszustände, und das Problem der "Äquivalenz der Ensembles" im thermodynamischen Limes, bei dem es um die Gleichwertigkeit verschiedener mathematischer Beschreibungen von Gleichgewichtszuständen geht.

     



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