Arbeitsgemeinschaft für
Ost- und Westpreußische Landeskunde

Gliederung


Aktuelles

DIES ACADEMICUS 2015 in Zusammenarbeit dem Haus des Deutschen Ostens und der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste

1945 – Kriegsende und Kriegsfolgen im östlichen Mitteleuropa

Freitag, 4. Dezember 2015, 14.00 - 18.30 Uhr

Seminargebäude der LMU am Englischen Garten (Oettingenstraße 67, 80538 München), Hörsaal B 001

Programm:

14.00 Uhr bis 16.00 Uhr

PD Dr. Heinz Starkulla, München: Die Deutschen als Ziel eigener und feindlicher Propaganda in der Endphase des Zweiten Weltkriegs – mit einem besonderen Blick auf den Endkampf in Ostpreußen

Prof. Dr. Beata Halicka, Frankfurt (Oder): Vom Kriegserlebnis zur Kriegserinnerung in Deutschland und Polen: Die Strategien des Bewahrens und des Vergessens in der Nachkriegszeit

16.00 -16.30 Uhr Kaffeepause

16.30 - 18.00 Uhr

PD Dr. Jaromír Balcar, Berlin: Von der NS-Besatzungsherrschaft zur kommunistischen Diktatur in Böhmen und Mähren

Anschließend Podiumsdiskussion mit allen Referenten, Beiträge aus dem Publikum
Moderation: Prof. Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens

Kleiner Empfang

Zum Thema:

Es gibt Jahreszahlen, die auf den ersten Blick eindeutige Grenzscheiden markieren. 1945 gehört dazu. Unzweifelhaft ist es das Jahr, in dem der Zweite Weltkrieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete, und in dem mit Flucht und Vertreibung der Deutschen aus ihren angestammten Staats- und Siedlungsgebieten eine grundstürzende territoriale, staatliche und kulturelle Veränderung des Kontinents ihren Anfang nahm, die bis heute sein Gesicht entscheidend prägt.
Dass eine solche Grenzscheide aber auch – jedenfalls nach der festen Überzeugung mancher politisch-histori-scher Deuter – verbindlich und einheitlich bewertet wer-den müsse, darüber belehrt uns schon der langanhaltende innerdeutsche Streit darüber, ob 1945 nun für „Niederlage“ oder für „Befreiung“ stehe. Wer zur jeweils anderen Auffassung tendierte, war in den Augen der Verfechter dieser Positionen, je nach dem, ein Ewig-gestriger oder ein Knecht der Alliierten. Differenziertes Denken war in diesem Punkt oft nicht angesagt. Da scheint es manchmal, als habe der weise Bundespräsident Theodor Heuß in den Wind gesprochen, als er am 8. Mai 1949 über die Zäsur sagte, wir seien „erlöst und vernichtet in einem“ gewesen.
Riesige Umbrüche wie der von 1945 lassen sich eben nicht mit einem einzigen Schlagwort kennzeichnen. Sie verlangen, dass man genauer hinschaut. Dann wird man wahrnehmen, dass es nicht nur Sieger und Besiegte, Gute und Böse, Schwarz und Weiß gab. Bei Siegern und Besiegten gab es Edles und Abscheuliches. Wenn bei den Besiegten auch das Elend grenzenlos gewesen sein mag, so keimte dennoch mitunter Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Und bei den Siegern gab es nicht nur Triumphe, sondern auch bedrückende Entwicklungen. Die Millionen einzelnen Menschen, seien es Deutsche, Polen oder Tschechen, haben in ihren Schicksalen vor und nach 1945 grauenhafte Kollektivbehandlungen erleben müssen, doch vielleicht auch manchen individuellen Trost erfahren dürfen. Ganz sicher aber soll man 70 Jahre nach 1945 auf keiner Seite nach kollektiven Schuldzuschreibungen suchen, sondern das alle verbindende Verhängnis differenziert zu betrachten suchen. Ebendies wollen wir bei unserem heutigen Symposion wenigstens ansatzweise versuchen. Hinter dem allen steht die Frage, wie wir aus der Vergangenheit lernen und unser heutiges Europa mitmenschlicher gestalten können.


Vorsitzender Priv.-Doz. Dr. Heinz Starkulla (Kommunikationswissenschaft)
Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
Ludwig-Maximilians-Universität
Oettingenstraße 67
80538 München
Raum AU116
Tel: +49 89 2180-9404
Fax: +49 89 2180-9429
eMail: starkulla@ifkw.lmu.de
Stellvertreter
und Schriftführer:
Prof. Dr. Dr.h.c. mult. Rudolf Fritsch (Mathematik, vornehmlich Didaktik der Mathematik)
email: fritsch@math.lmu.de
Mitglieder: Prof. Dr. Jürgen Batt Angewandte Mathematik)
Prof. Dr. Petra E. Dorsch-Jungsberger (Internationale Kommunikation)
Prof. Dr. Werner Gumpel (Wirtschaft und Gesellschaft Südosteuropas)
Prof. Dr. Andreas Kühne (Geschichte der Naturwissenschaften)
Prof. Dr. Arno Mentzel-Reuters (Monumenta Germaniae Historica)
Dr. Heribert Nobis (Geschichte der Kosmographie und Geowissenschaften)

Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der
beide erreichbar unter der Anschrift:  Ferdinand-Schulz-Allee / Am Tower 3 
D-85764 Oberschleissheim 
Telefon: +49 89 315 25 13 
Telefax: +49 89 315 30 09 
Darüber hinaus bestehen Beziehungen zum

Veröffentlichungen:

Die Vorträge, die auf Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft gehalten werden, werden im allgemeinen in der Buchreihe abgedruckt. Bisher sind 7 Bände erschienen. Soweit noch vorhanden, können einzelne Bände bei der Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern erworben werden. Alle Bände sind sowohl in der als auch in der vorhanden. Eigenständig sind erschienen: